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Radtour durch Schweden und Dänemark 2026 - Remem-Bär

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Radtour durch Schweden und Dänemark 2026

Überall > Ostsee
Im Sommer 2026 bin ich wieder durch Schweden und Dänemark gefahren. Wie zwei Jahre zuvor folgte ich der schwedischen Öresund-Küste bis Helsingborg entlang der weißen Strände der Halbinsel Falsterbo. Einen Tag nahm ich mir für Malmö Zeit, und auf dem weiteren Weg nach Norden unternahm ich einen Abstecher zur Insel Ven. Ich durchradelte die dänische Insel Sjælland bis zum Roskilde-Fjord und besichtigte einen Tag lang Roskilde und das Wikingerschiff-Museum. Ein absolutes Highlight auf der Tour war das Dorf Veijø mit seiner absoluten Stille. Stege, der Hauptort der Insel Møn ist recht beschaulich, ebenso wie das verschlafene Stubbekøbing auf Falster.
Vom Rostocker Hauptbahnhof radele ich zum Stadthafen und habe esse dort zu Abend. Mit der Fähre überquere ich die Warnow und fahre zum Überseehafen. Auf dem Weg beobachte ich ein faszinierendes Schauspiel der Technik, wie spätabends Teile einer Windkraftanlage transportiert werden. Nach anderthalb Stunden Wartezeit am Hafen fahre ich auf die Fähre, und auf Deck angekommen, verschwind ich schnurstracks in meiner Kabine. Als ich die Tür hinter mir schließe, spüre ich die himmlische Ruhe. Als ich schlafe, liegt das Schiff noch im Hafen. Nach fünf Stunden, die ich recht gut geschlafen habe, weckt mich um halb fünf die Lautsprecherdurchsage, die zum Verlassen der Kabine auffordert.
Morgens um halb sechs verlasse ich die Fähre. Nach einem Frühstück, welches ich mir in einem Laden am Bahnhof besorgt hatte und einem kurzen Streifzug durch das schlafende Trelleborg beginne ich meine Tour. An wunderschönen Stränden vorbei und begleitet von der Öresund-Brücke fahre ich nach Norden und erreiche nach 77 Kilometern mein erstes Etappenziel Malmö.
Ich nehme mir einen Tag, um Malmö zu erkunden. Nach einem Ausflug zum Wahrzeichen "Turning Torso" nehme ich eine Mittagspause mit Kötbullar in der Markthalle und besuche anschließend Schloß Malmöhuset, um mir neben den königlichen Gemächern das Aquarium und die Kunstausstellung anzusehen. Die Abendstimmung im Schloßpark und in der Stadt rundet den Tag ab.
Ich lasse Malmö und die Öresund-Brücke hinter mir und radle weiter gen Norden. Nach 45 Kilometern erreiche ich Landskrona und besteige dort die Fähre zur Insel Ven. Sie ist abgeschieden und ruhig wie Hiddensee, aber nur halb so groß. Dennoch fahren dort Autos und Busse, obwohl man keine vier Kilometer weit kommt. Der Strand von Ven am Hafen ist malerisch, die Ostsee angenehm kühl. Hätte ich gewußt, daß es von Ven eine Fährverbindung nach Helsingborg gibt, hätte ich die Rückfahrkarte nach Landskrona nicht gekauft. Nach Helsingborg sind es nur noch 25 Kilometer. Hinter Landskrona habe ich einen langen Anstieg zu bewältigen und werde mit einem umwerfenden Blick über den Öresund und mit der anschließenden Talfahrt nach Helsingborg belohnt. Nachdem ich durch eine Marina am Stadtrand geradelt bin, erreiche ich das Hotel.
Nach der Überfahrt nach Helsingør durchquere ich über 50 Kilometer die Insel Sjælland bis zum Roskilde-Fjord, wo ich auf dem Campingplatz in Frederiksværk meine Hütte beziehe. Auf dem Weg komme ich am Barockschloß Fredensborg vorbei, wo meinem Hinterreifen erstmal die Luft ausgeht. Nach erfolgreicher Reparatur erreiche ich nach zehn Kilometern die Frederiksborg, ein Renaissance-Schloß - und hier bricht mir die Fahrradstütze ab. Bis Roskilde muß ich das Packpferd also immer anlehnen. Als ich in Frederiksværk ankomme, fängt es erstmal in Strömen an zu regnen. In Regenjacke, unten klatschnaß erreiche ich den Campingplatz und meine Hütte. Ich habe Glück, daß es in Frederiksværk einen Vollsortiment-Supermarkt gibt (sonst nichts), wo ich ein Abendessen, und, da ich vergessen hatte, eine Kaffeetasse und Besteck mitzunehmen, auch eine Tasse und Einwegbesteck erstehe. Meine nasse Kleidung hänge ich vor der Hütte auf, trocken ist sie am nächsten Morgen noch nicht. Aber ich habe ja Wechselkleidung. Bei Sonnenuntergang fahre ich zum Hafen, der ca. zwei Kilometer weit entfernt ist und lasse den Tag mit dem Blick auf den Roskilde-Fjord ausklingen.
Diese Etappe ist mit 42 Kilometern angenehm kurz. Am Roskilde-Fjord entlang geht es wie im Fluge zum Campingplatz in Veddelev nördlich von Roskilde. Meine Hütte ist groß, immerhin übernachten hier sonst ganze Familien. Allerdings sind die Betten unbequem. Vom Strand schaue ich rüber nach Roskilde mit seinem Dom.
Ich fahre mit dem Bus nach Roskilde besuche das Wikingerschiff-Museum, wo mehrere originale Langboote ausgestellt sind, die man aus dem Roskilde-Fjord gefischt hat. Hier lernt man auch etwas über die Schiffbaukunst der Wikinger und kann ein einer Werkstatt eigene Modelle bauen. Im Anschluß mache ich einen Streifzug durch die Innenstadt und bestaune den Dom. Vergeblich versuche ich, eine neue Fahrradstütze zu bekommen, aber keiner der Fahrradläden, die geöffnet haben, haben eine Hinterbau-Stütze. Erst am nächsten Morgen habe ich Glück in einem weiteren Fahrradgeschäft.
Ich radle 73 Kilometer weiter gen Süden. In Næstved nutze ich die Gelegenheit, einzukaufen, denn an meinem Zielort, Veijlø gibt es außer einer Kirche, eines Pferdehofes und der alten Dorfschule, die mein Quartier sein wird, absolut nichts. Die Gastgeber sind wunderbare Menschen, die das alte Schulgebäude liebevoll umgebaut haben. Sie schenkten mir auch drei Hühnereier frisch aus dem Gelege im Garten. Das schönste an dem Ort ist jedoch die absolute Stille. Man hört keine Geräusche, erstaunlicherweise nicht einmal die Vögel. Das habe ich als derart erholsam erlebt, daß ich am liebsten noch zwei Tage rangehängt hätte.
Wie gesagt: Die nächste Möglichkeit einzukaufen, ist im fünf Kilometer entfernten Næstved, denn in Veijlø gibt es keinen Laden und keine Kneipe. Touristen aus England, die abgekämpft hier ankamen, hatten sich vorher nicht versorgt und nach einem Restaurant. Der Gastgeber fuhr sie im Auto nach Næstved zum einkaufen.
Ich fahre 55 Kilometer bis Møn. In Vordingborg besichtige ich die Burgruine und Mache Mittagspause bei Smørrebrød und alkoholfreiem Bier. Auf Møn passiere ich Stege, den malerischen und ohne den Durchgangsverkehr sehr ruhigen Hauptort, und erreiche das Hotel, welches direkt am See Stege Nor liegt. Im Untergeschoß kann ich mein Fahrrad abstellen und hätte sogar die Gelegenheit, einige Benchpresses zu pumpen - will ich aber gar nicht. Ich beziehe mein gemütliches Zimmer und schaue mir anschließend Stege an.
Leider blieb mir für den Klint keine Zeit. Ich trete die zweitletzte Etappe an und fahre 26 Kilometer nach Stubbekøbing. Bei heftigem Gegenwind fahre ich auf einem Damm, der die Inseln Møn und Bogø verbindet. Dort nehme ich die Fähre nach Stubbekøbing. An den einst florierenden Hafen erinnert nur noch der Getreidespeicher mit dem Silo, der Ort selber ist im Dornröschenschlaf, einzige Attraktion ist das Motorradmuseum. Es gibt immerhin einen Supermarkt und zwei Imbisse am Hafen, wo ich mir zum Abendessen ein Smørrebrød genehmige. Das Bed & Breakfast, in welchem ich Quartier beziehe, ist sehr gemütlich und liebevoll eingerichtet.
Auf den letzten 53 Kilometern geht es mit Rückenwind zum Hafen Gedser. Bevor ich die Fähre besteige, mache ich noch einen Abstecher zur Gedser Odde, dem südlichsten Punkt Skandinaviens. Auf dem Weg dorthin begegnet mir mitten in der Einöde zwischen Hafen und Strand eine Art Speakers' Corner.
Remem-Bär
Kontakt: moin@remem-bär.de
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